Als Bildender Künstler benötige ich einen Raum für die Ausübung meines Berufes, was Zuhause unmöglich wäre!
Das Atelierhaus Sigmaringer 1 gibt mir seit 4 Jahren durch eine bezahlbare Miete die Möglichkeit, mich künstlerisch zu entwickeln, Kontakt und Austausch mit Künstlern aus mehreren Ländern zu schließen und Kunstprojekte und Workshops zu planen, entwerfen und durchzuführen, im z.B.  mehrmals ausgezeichnetem Machmit! Kindermuseum in Berlin. Dort vermittele ich an eine breite Öffentlichkeit von Museumsbesuchern Kunst und führe Kunstprojekte mit Schülern durch.
Der Verkauf dieses Gebäudes würde für mich als Selbstständiger und Familienvater einen Rückschritt und einen   bitteren neuen Anfang bedeuten.

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Die derzeitige Situation des beabsichtigten Verkaufes des Bürogebäudes, in dem ich Mieterin bin, habe ich vor 11 Jahren bereits einmal erlebt. Im März 1999 bezog ich meine ersten Büroräume in der Lietzenburger Straße 91. Dieses Bürohaus gehörte dem Bezirk Wilmersdorf. Zum 01.01.2001 wurde das Grundstück dem Liegenschaftsfonds übertragen. Damit begann die Zeit der Unsicherheit, denn laut Mietvertrag betrug die Kündigungsfrist 3 Monate. Erst zum 01.01.2008 konnte das Grundstück verkauft werden und zum 31.12.2009 wurden alle Mieter gekündigt. Ende 2008 beschloss ich, nicht auf die absehbare Kündigung zu warten und bezog im März 2009 Räume im UCW.  Im Gegensatz zur Lietzenburger Str. 91 handelt es sich bei der Sigmaringer Str. 1 nicht um ein beliebiges Bürogebäude, sondern um ein Projekt zur Förderung und Unterstützung der selbständigen Tätigkeit von Frauen.

Ich empfinde es als ungeheuerlich, dass die Arbeit, das Engagement und auch das Herzblut der Initiatorinnen von der Gründung des UCW bis heute, allen voran der Gleichstellungsbeauftragten Frau Rabe, mit der geplanten Übertragung des Gebäudes an den Liegenschaftsfonds und dem damit beabsichtigten Verkauf des Gebäudes vernichtet wird.

Denn wie gesagt: Es geht hier nicht um ein x-beliebiges Bürogebäude, sondern um ein Projekt.

Petra Freybote – Steuerberaterin


Ohne Ateliers sind wir obdachlos!

Hella LinkmeyerDie Alexander-Technik zählt zu den Körpertherapiemethoden. Sie befähigt den Menschen, seine Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten achtsam zu beobachten, seine Leistung zu optimieren und das psychische Gleichgewicht zu stabilisieren. Sie ist besonders bei Schauspieler, Musiker und gestressten Menschen nachgefragt. Als Lehrerin der F.-M.-Alexander-Technik befähige ich Menschen mir ihren Rücken-, Schulter- und Kopfschmerzen sowie mit Stressmanagement umzugehen.

Seit 2008 bin ich Mieterin im UCW. Mein derzeitiger Arbeitsschwerpunkt liegt im Vermitteln der Alexander – Technik. Zuvor arbeitete ich zuhause – im so genannte Home Office –  und mietete unterschiedliche Atelierräume für meine Tätigkeiten an. Dies bedeutete einen höheren Zeitaufwand und schwer zu kalkulierende Kosten. Mit dem Einzug ins UCW endete die Suche nach Arbeitsplätzen. Die Mietkosten wurden kalkulierbar und es kehrte Ruhe ein, die für meine kreative Arbeit wichtig ist.

In meiner Arbeit als Dokumentarfilmerin profitiere ich vom UCW, denn ich kann  z.B. bei technischen Problemen auf die fachliche Beratung im Hause zurückgreifen. Die Arbeit am Filmschnitt ist eine intensive und einsame Arbeit über einen langen Zeitraum vor dem Computer und kann Tage, Monate oder auch Jahre andauern, bis der Filmschnitt stimmig ist. In meiner Arbeit als Alexander-Technik Lehrerin profitiere ich vom UCW, denn das Zentrum stellt mit seiner optimalen Verkehrsanbindung und mit seiner Einbindung an die Infrastruktur eine ideale Adresse für meine Kunden dar.

Ich finde ich es inspirierend, wie viele selbständige Frauen aus unterschiedlichen Berufsfeldern und wie viele Künstler unter einem Dach vereint sind. In dieser Hinsicht ist das UCW ein kleines Juwel, das über die Grenzen des Bezirks und der Stadt Berlin hinausstrahlt

Hella Linkmeyer, Lehrerin für Alexander-Technik und Dokumentarfilmerin

Atelier 100 Hanji Hanji ist eine traditionelle koreanische Papierkunst. Als ich in den siebziger Jahren – nach meiner Krankenschwester-Ausbildung in Südkorea – in Deutschland angekommen bin, suchte ich nach Möglichkeiten, wie ich meine überschüssige kreative Energie am besten einsetzen konnte. Nachdem ich mich zunächst einige Jahre mit Tiffany-Glas beschäftigt hatte, hielt ich nach anderen Feldern der Handwerkskunst Ausschau. Über mehrere Stationen (Keramik, Patchwork, Sticken) gelangte ich letztlich zu Hanji, das mir schon aus meiner Zeit in Korea bekannt war. Schon damals war ich von den zauberhaften Farben und Farbkombinationen, die die Welt des Hanji zu bieten hat, begeistert und die Vorstellung, dass man mit diesem Papier so viele unterschiedliche Dinge herstellen kann, beflügelte zusätzlich meine Fantasie. Im UCW bin ich seit 2011. Hier habe ich die Möglichkeit, Workshops anzubieten und in einem lebendigenUmfeld interessante Kontakte zu schließen. Einige meiner Arbeiten stehen zum Beispiel im Konferenzraum – so werden auch Besucher und Teilnehmer anderer Veranstaltungen auf meine Hanji-Arbeit aufmerksam. Ich habe zudem regelmäßig mein Atelier geöffnet, in dem man auch günstiges Hanji-Papier kaufen kann. Das UCW bietet mir die Möglichkeit, in einem angenehmen Umfeld meine Arbeit mit Hanji zu zeigen und sie anderen Menschen näher zu bringen.

Kim Tai Yun

 http://www.100hanji.de/

Der Anteil der älteren Mitbürger an der Gesamtbevölkerung nimmt stetig zu. Heute ist bereits jeder 4. Bundesbürger älter als 60 Jahre, im Jahre 2030 wird es jeder Dritte sein. Das kann für viele Menschen heißen, dass sie im hohen Alter auf Hilfe anderer angewiesen sind.

Der Staat reagierte und eine im Jahre 1992 in Kraft getretene Gesetzesreform bewirkte unter anderem, dass Betreuung als Rechtsfürsorge zum Wohl des betroffenen Menschen an die Stelle von Entmündigung und Vormundschaft für Erwachsene tritt.

Seit 2008 bin ich als Berufsbetreuerin tätig und vom Vormundschaftsgericht als Betreuerin bestellt.

Das Unternehmerinnenzentrum „UCW“ ermöglichte es mir, zur Ausübung meiner beruflichen Tätigkeit ein Büro in einer Bürogemeinschaft zu beziehen. Dies ist wichtig, denn in meinem Berufsalltag kann es zu Kontakten mit in ihrem Verhalten unberechenbaren Mitmenschen kommen. Das „UCW“ bietet mir einen sicheren Arbeitsplatz.

Ein Berufsbetreuer ist nötig, wenn Menschen aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Defizite nicht mehr in der Lage sind, sich gegen Übergriffe verschiedener Art zu wehren. Dies kann eine unzureichende Versorgungs- und Pflegedienstleistung sein oder etwa finanzielle Übervorteilung durch Dritte, darunter auch Familienangehörige. Dies bedeutet für die Betreuerin, dass sie sich in vielen Fachbereichen wie medizinische Versorgung, Versicherungen, Finanzen, Recht etc. auskennen muss. Im Unternehmerinnenzentrum „UCW“ finde ich diese Fachrichtungen unter einem Dach vereint. Dies ist ein unschätzbarem Vorteil für mich und zeigt ganz deutlich, dass Netzwerke für meinen Beruf ein Muss sind. Ein solches Netzwerk hat sich im „UCW“ über Jahre hinweg etabliert.

Das „UCW“ hat einen optimalen Standort mit idealen Verkehrsanbindungen und guter Infrastruktur. Das Gebäude selbst bietet behindertengerechten Zugang, was besonders für viele meiner Kunden wichtig ist. Ich plädiere für den Erhalt des Unternehmerinnenzentrums.

Brigitte Grottendieck, Berufsbetreuerin

Cornelia BensonIch bin seit der ersten Woche im September 2005 im UCW und habe die Entwicklung des Hauses von einer Baustelle in den ersten 6 Monaten zu einem florierenden Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum mit viel Interesse verfolgt. Im Laufe der Jahre hat es eine Reihe von Mieterinnenwechseln gegeben, nicht zuletzt deshalb, weil einige der Unternehmerinnen in ihrer Zeit hier so erfolgreich ihren Kundenstamm ausbauen konnten, dass sie größere Räume benötigten oder sich mit anderen Frauen aus dem Haus zusammengeschlossen haben, um sich in ihren Geschäften zu ergänzen.

Als Übersetzerin empfange ich immer wieder Kunden in mein Büro, die Urkunden zur Übersetzung abgeben. Hier kann ich ihnen in einem professionellen Umfeld begegnen statt in einer Ecke meiner Wohnung. Viele ermächtigte Kolleginnen und Kollegen, die Urkunden übersetzen und zu Hause arbeiten, fühlen sich äußerst unwohl bei dem Gedanken, Kunden in ihre Wohnung kommen zu lassen. Dieser Notwendigkeit schiebt ein Büro in einem Umfeld wie dem UCW einen Riegel vor – und das ist etwas, worum mich viele meiner Kolleginnen und Kollegen beneiden.

Für mich haben sich im Laufe der Jahre außerdem diverse Geschäftsbeziehungen im Haus ergeben, die ohne das UCW nicht entstanden wären. Man begegnet sich im Haus oder bei Mieterinnenversammlungen, tauscht sich aus und erfährt so, was andere Frauen im Haus tun. Auf diese Weise haben sich im Laufe der Zeit diverse Synergien und Netzwerke entwickelt. Aber auch für meine externen Aufträge ist mein Büro im UCW überaus hilfreich, denn hier sind Expertinnen aus zahlreichen Branchen unter einem Dach versammelt. So kann ich mir bei Recherchefragen zu meinen diversen Übersetzungsprojekten oder bei der Vorbereitung auf Dolmetscheinsätzen die im Haus vorhandene Expertise zunutze machen. Es hat viele Jahre gedauert, das Haus zu dem zu machen, was es ist – ein florierendes, gut vernetztes Zentrum mit einer Mischung aus etablierten Unternehmerinnen und Gründerinnen verschiedener Altersgruppen und ethnischer Herkunft. Ein Verkauf des UCW wäre ein großer Verlust, nicht nur für uns Unternehmerinnen, sondern auch für all jene, die es im Laufe der Jahre kennen und schätzen gelernt haben.

Cornelia Benson, Übersetzerin & Dolmetscherin