Der zweite Termin für die Zukunftswerkstatt UCW steht fest.

23. Februar 2013 von 10 – 14 Uhr
im Konferenzraum des UCW, Sigmaringer Stra. 1, 10713 Berlin

Ausgehend von den Ergebnissen der letzten Werkstatt werden folgende Themen bearbeitet:

  • konkrete Trägermodelle und die Potentiale, das Genossenschaftsmodell, Durchfürhungsmöglichkeiten
  • Strategien zum weiteren Vorgehen
  •  Neuordnung der Aufgaben, um ein Fundament für die nächsten wichtigen Schritte zu schaffen
  •  für eine Zunkunft des UCW im Bezirk Charlottenburg – Wilmersdorf

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind und sich mit Ihren Ideen und Gedanken zum Erhalt eines Unternehmerinnenzentrums im Bezirk einbringen. Um Rückmeldung bis zum 08.02.2013 an Email: larissa.boehning@gmx.de wird gebeten.

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Die Website dient uns auch dazu, unsere Standpunkte zu dokumentieren.  Hier ein Brief, den ich heute an unsere Mieterinnen gemailt habe.

Liebe Unternehmerinnen, liebe Künstler, liebe Künstlerinnen,

ich bin die Mieterinnenvertreterin im UCW und möchte mit diesem Brief

  1. uns alle auf grob einen Stand bringen.
  2. meine persönliche Sicht der Dinge darstellen und
  3. euch anschließen bitten, mir ein Feedback zu geben, was eure Meinung ist.

Das Feedback brauchen wir alle – Förderverein und die Mieterinnen, die sich gerade ehrenamtlich für das Haus engagieren.

Mein Anlass für diesen Brief: Eigentlich gibt es nicht viel Neues von „Außen“ – es ist Urlaubszeit gewesen, auch in der BVV. Nur knirscht es gerade UCW-intern im Getriebe, denn es gibt Uneinigkeit darüber, wie wir strategisch weiter vorgehen sollen. Das verunsichert verständlicherweise alle, die sich für das Haus solidarisch einsetzen, weil sie nicht wissen, wie sie uns weiter unterstützen können.

Und das ist leider sehr schädlich für das ganze Projekt „Rettung Sigmaringer Str.1“! Da sind sich, denke ich, alle einig.

Es gibt zwei Meinungen zum weiteren Vorgehen.

A. Der Wunsch der Fördervereins ist es, sich ganz auf das Modell des Treuhandvertrages zu konzentrieren. Und das Modell Genossenschaft nicht prüfen zu lassen.

B. Unser Wunsch ist es: Ich nenne das mal „Faktencheck möglich machen“. Der Wunsch vieler Mieterinnen (inklusive mir) ist es, das Modell der Genossenschaft in Zusammenarbeit mit der Weiberwirtschaft zunächst genauer anschauen zu können, denn hier bieten sich für uns so viele Chancen, die wir gerne ausloten würden. Hier geht es zunächst nur um den Wunsch, ein Modell genauer prüfen zu können! Wir schließen das andere Modell damit noch nicht aus.

Aber: Dazu brauchen wir noch Informationen vom Bezirk. Diese bekommen wir zur Zeit nicht, haben aber alle BVV-Fraktionen angeschrieben und auch vom Gender-Ausschuss positives Feedback. Hier gibt es jetzt erste Termine und Gespräche, die wir (ich und einige, die sich für das Haus engagieren) wahrnehmen möchten, um auszuloten, ob das Modell tragbar ist. Ich glaube, dass wir hier sehr viel angestoßen haben – es bewegt sich richtig was! Es wäre schade, wenn wir das nicht nutzen würden.

Die Weiberwirtschaft e.G. mit über 1.700 Frauen ist Trägerin des größten Gründerinnenzentrum Europas. Zuletzt im Jahr 2011 mit dem Innovationspreis der SPD ausgezeichnet. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass ein fachliches Urteil der Weiberwirtschaft e.G. besonders in den Bereichen Wirtschaftlichkeitsprüfung, ökologische Sanierung und Nutzungskonzept Gewicht hat. Die Bewertung durch die Weiberwirtschaft e.G. ist auch im Hinblick auf alternative Modelle aussagekräftig. Es ist eine einmalige Chance, das kommunalpolitische initiierte Projekt professionell im Bezirk zu institutionalisieren.

Das Modell „Weiberwirtschaft“ ist für unser Haus politisch und strategisch sehr interessant. Denn es geht auch auf der Landesebene immer mehr Stimmen, die Landeseigentum sinnvoll einsetzen möchten – und wo es Sinn macht, in die Hände von Projekten zu geben. Wir könnten hier auf einer ganz anderen politischen Ebene ansetzen und agieren. Das macht aber natürlich nur Sinn, wenn wir uns einig sind, dass das ein vielversprechendes Modell ist.

Was für alle, die sich hier engagieren, klar ist: Wir sind wie ihr Mieterinnen im Haus! Wir können (und müssen) als Freiberufler und Unternehmerinnen rechnen – und wir werden kein Modell unterstützen, in dem wir sehr viel mehr Bruttomiete zahlen müssten. Und natürlich können wir auch kein Modell unterstützen, bei dem wir irgendeine Art von Eigenkapital tragen müssten.

Das sind zwei Gegenargumente, die mir in den letzten Tagen seitens des Fördervereins genannt wurden. Ich kann nachvollziehen, dass es diese Sorge gibt. Nur: Wir sind ja als Mieterinnen selbst betroffen und werden definitiv kein Modell unterstützen, dass uns die wirtschaftliche Grundlage entzieht. Einige unserer Mieterinnen (Vera Kätsch, Gerda Plate zum Beispiel) waren selbst lange Jahre Mieterinnen in der Weiberwirtschaft, und haben sich dort auch ehrenamtlich engagiert. Wir wissen also, was wir tun.

Ob und wie das Genossenschaftsmodell für unser Haus realistisch umgesetzt werden könnte, wissen wir jedoch jetzt noch nicht. Weil uns zentrale Informationen fehlen (zum Beispiel über den Sanierungsbedarf des Hauses). Aber ich finde, die Idee ist so toll, dass sie es wert geprüft zu werden!

Wie seht ihr das? Wir gehen die nächste Zeit mit einer Unterschriftenliste herum, um ein Meinungsbild von euch zu bekommen.

Denn eins ist auch klar: Wir arbeiten nicht an einer Sache, die die Mehrheit im Haus eventuell nicht will! Wir setzen uns für unsere gemeinsamen Interessen ein, denn wir sind ebenfalls Mieterinnen hier und ganz unmittelbar von allen Veränderungen so betroffen, wie ihr auch.

2003 hätte niemand gedacht, dass wir 2012 ein so erfolgreiches Haus haben werden. Atelierhaus und UCW sind in der ganzen Stadt bekannt. Viele Frauen der  Weiberwirtschaft engagieren sich gerade ehrenamtlich für unsere Sache und sind bereit, auszurechnen und mit uns allen zu klären, was hier machbar ist. Alleine könnten wir natürlich NIE eine Genossenschaft aufziehen. Aber mit einer starken, erfahrenen Partnerin, die das seit 20 Jahren sehr erfolgreich macht, ist das anders. Die Weiberwirtschaft bietet heute schon Platz für Unternehmerinnen, Gründerinnen, Ateliers – sie hat eine hohe Kompetenz in Finanzierungsfragen, ist Eigentümerin ihres Hauses und eng vernetzt in die Politik – auf Senatsebene, aber auch bundesweit.

Was stimmt ist: Das Treuhandmodell ist rein vertraglich zwischen GSE (unserer Vermieterin) und dem Bezirksamt schon weiter ausgearbeitet. Allerdings wird der Vertrag zum Treuhandmodell seitens der Bezirksverwaltung schon seit md. 2 Jahren nicht weiter gebracht. Mein Eindruck aus verschiedenen Gesprächen und auch aus den Beiratssitzungen für das UCW, in denen ich ja für euch Mieterinnen sitze: Das klemmt, weil es politische Akteure gibt, die das Treuhandmodell nicht wollen. Das zeigt sich ja auch daran, dass trotz dieser Verhandlungen das Haus auf einmal auf der Verkaufsliste stand. Deshalb ist mein Wunsch, nicht allein über die GSE als Treuhänder nachzudenken, sondern eine sehr interessante und aus meiner Sicht vielversprechende  Alternative ins Spiel zu bringen.

Diese Alternative hat einen weiteren Vorteil: Sollte das Modell umgesetzt werden können, haben wir 100% die Kontrolle. Und sind unabhängig von politischen Entscheidungen, die sich alle paar Jahre ändern können. Wir hätten Planbarkeit und die Möglichkeit, hier wirklich etwas zu gestalten.

Meine Bitte: Gebt uns alle ein Feedback, was eure Meinung ist! Das heißt: Schreibt an info@unternehmerinnen-in-berlin.de und unterzeichnet die Unterschriftenliste, die bald im Haus rumgehen wird.

Eure Barbara Brecht-Hadraschek – Mieterinnenvertreterin UCW

1. August 2012

In der taz habe ich heute einen Artikel gelesen, der unsere Immobilie ja auch irgendwie betrifft. Denn der Liegenschaftsfonds ist für unsere Immobilie definitiv noch nicht vom Tisch. Alles ist offen. Nichts ist klarer geworden. Im Sommer wird erneut in der BVV entschieden und alles ist möglich. Von „alles bleibt erst einmal so wie es ist und in zwei Jahren gibt es ja wieder einen Haushalt zu entscheiden“ bis zu Treuhandvertrag mit der GSE (dazu haben wir eine Infoveranstaltung am 24.5. um 09h00 im Konferenzsaal bei uns, ich blogge das noch extra) oder Kauf durch Weiberwirtschaft diskutieren wir hier viel. Selbst entscheiden können wir hingegen wenig. Wir können Konzepte und Ideen vorlegen. Was davon umgesetzt wird, ob – wie gesagt – überhaupt etwas jetzt umgesetzt wird, ist zur Zeit noch völlig offen. Was sicher auch daran liegt, dass es noch keine eindeutige Entscheidung zum Erhalt und Verbleib der Bibliothek gibt, die ja auch in unserem Haus ist. Die zentrale Stadtteilbibliothek soll einen Bestandsschutz bis 2018 haben, habe ich mehrfach gehört. Wo das wirklich schwarz auf weiß steht, weiß ich allerdings nicht (für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar). Im Bezirksamt wird wohl gerade an einem Bibliotheksentwicklungsplan für Charlottenburg-Wilmersdorf gearbeitet. Solange der nicht vorliegt, sehe ich nicht so ganz, wie man über unser Haus sinnvoll entscheiden will. Denn 1/4 der Immobilie ist eben Stadtteilbibliothek. Ob sich da ein Investor finden würde? Man wäre ja recht eingeschränkt in den Möglichkeiten der Gestaltung.

Lesenswert auf jeden Fall, wie in Berlin Immobilienpolitik funktioniert:

Im Senat tobt ein Machtkampf: Nach welchen Kriterien sollen landeseigene Grundstücke vergeben werden? Nun macht die Zivilgesellschaft Druck

Bis zum Sommer soll ja geprüft werden, wie das Haus in der Sigmaringer Str. 1 mit Unternehmerinnenhaus, Atelierhaus und Bibliothek erhalten werden kann. Weil wir dieses Prüfen und Nachdenken nicht der Politik allein überlassen wollen, wollen wir eigene Ideen und Konzepte entwickeln, wie das Haus weiter getragen werden kann. Aktuell gibt es zwei Modelle, die diskutiert werden. Einmal ein Treuhandmodell der GSE gGmbH, Gesellschaft für StadtEntwicklung, gemeinnützige GmbH, die schon jetzt das Haus verwaltet. Hier werden wir noch Vertreter der GSE einladen, damit diese uns konkreter darlegen, wie genau dieses Modell aussehen kann. Wir kennen die Details nicht, aber anscheinend gibt es hier schon Häuser in Berlin, die auf diese Weise verwaltet werden.

Außerdem sind wir Unternehmerinnen an die Weiberwirtschaft herangetreten. Die Weiberwirtschaft ist eine äußerst erfolgreiche Genossenschaft, die vor gut 20 Jahren von Frauen gegründet wurde. In der Anklamer Straße betreibt sie das größte Gründerinnenzentrum Europas. Heute werden Vertreterinnen aus der Anklamer Straße zu uns kommen.

Unser gemeinsames Thema: „UCW und Weiberwirtschaft – welche Wege sind vorstellbar?“
Termin: Montag  16.04.2012 um 14.00 Uhr
Ort: 1. Etage im Unterrichtsraum der Durchblick GmbH

Wir berichten, wie es weitergeht:-).

Offene Ateliers Mai 2012

März 30, 2012

Hier schon mal vorab die Einladung für die Offenen Ateliers
am 13. Mai 2012 von 12 bis 18 Uhr (PDF):
einladung-offene-ateliers-mai-2012

am 8.März im Rathaus vor dem Beginn der BVV-Sitzung

am 10.März vor dem UCW /
Atelierhaus anlässlich des
Kiezspazierganges mit
Bezirksbürgermeister Naumann

War eine tolle Rede, Michaela!
Danke!

Begrüßung durch die Künstler am 6. März 2012, Michaela Habelitz

Liebe Kolleginnen vom ucw,  liebe  Künstlerkollegen, liebe Nachbarn, Freunde

Geschäftspartner des Hauses, sehr geehrte Mitglieder der Bezirkverordnetenversammlung, sehr geehrte Damen und Herren von der Presse, Liebe Frau Rabe, lieber Florian Schöttle, lieber Frau Rüffer von der GSE GmbH, lieber Herr Paul !

Ich begrüße Sie sehr herzlich im Namen der Künstler und Künstlerinnen  des Atelierhauses und freue ich mich, dass Sie heute so zahlreich Ihren Weg in unser Haus gefunden haben.

In Namen unserer  dreißigköpfigen, internationalen Künstlergemeinschaft lade ich Sie herzlich ein, das hochprofessionelle schöpferische Tun während des anschließenden Rundganges am heutigen Tage kennenzulernen. Die Kollegen stehen Ihnen dann gerne individuell Rede und Antwort in ihren Ateliers im dritten und vierten Stock.

Viele von Ihnen hatten sicherlich schon die Gelegenheit wahrgenommen, im Rahmen unserer erfolgreichen „offenen Ateliers“ sich intensiv mit dem künstlerischen Potenzial des Hauses vertraut zu machen. Diese Tage des offenen Ateliers sind inzwischen eine feste Größe im Bezirk, gut 850 Menschen fanden das letzte Mal ihren Weg hierher. Aktivitäten des Atelierhauses werden gefördert vom Kulturbeirat Charlottenburg-Wilmersdorf, zuletzt die Website und der blog des Hauses.

International renomierte Künstlerpersönlichkeiten wie Angelika Middendorf, Tian Tian Wang oder zum Beispiel Kim Ysop beziehen aus diesem Ort in Wilmersdorf. Ihre Kreativität, die zu renommierten, international wahrgenommenen  Ausstellungen führen.

Künstlerpersönlichkeiten wie Michail Schnittmann ,Annette Polzer und Bassirou Sarr tragen ihre schöpferischen Impulse via Kunstvermittlung direkt  vom Atelier in die Stadt in den Bezirk hinein durch Kurse in der Jugendkunstschule Charlottenburg oder an der VHS sowie direkte Kunstvermittlung vor Ort. Kunst ist hier ein eminent wichtiger soziokultureller Standortfaktor auch im Sinne der Arbeit mit Jugendlichen des Bezirkes. Hier seinen ebenfalls Theresa Beitl ,Jürgen Kellig  und Barbara Zirpins erwähnt, die als Mitglieder des VBK-Berlins ebenfalls eine wichtige Kulturnetzwerkarbeit leisten.

Zudem hat zur Professionalisierungstrategie aller Künstler die gut nachbarschaftliche Vernetzung mit dem ucw beigetragen, die Synergien der letzten sechs Jahre sind an keinem anderen Ort so wieder reproduzierbar. Bitte helfen Sie uns, auch weiterhin an diesem Standort so überzeugend zusammen arbeiten zu können !

Hinter jeder Ateliertür verbirgt sich ein eigener Organismus der genuinen Kunstproduktion, ein  individuelles Künstlerleben, dessen komplexe  Koordinaten sich nicht einfach verrücken lassen.

Sehr geehrte Entscheider  in der BVV, stimmen Sie bitte gegen den Verkauf dieses einzigartigen Hauses in den Liegenschaftsfond, denn knapp hundert Existenzen sind bedroht. Mein Künstlerkollege Michail Schnitmann brachte es in unserem blog auf den Punkt: „Ich bin mit meiner Kunst ohne dieses  Haus obdachlos“.

Die meisten Künstlerkollegen des „Ateliersofortprogramms“des Berufsverbandes Bildender Künstler sind wirtschaftlich nicht in der Lage, auch angesichts steigender  Ateliermieten auf dem freien Markt ein angemessenes Alternativ-Atelier anzumieten.

Mit dem Verkauf des Hauses steht somit  unsere künstlerische Existenz auf dem Spiel. Bildhauer, Performer, Maler, Fotographen, Happeningkünstler haben keinen Aktionsraum mehr. Ist dieser Preis nicht zu hoch für eine Stadt, die doch gerade mit ihren kulturellen Pfründen wuchert und somit magnetisch Menschen aus aller Welt in ihren Bann zieht ? Überdies :Sind wir nicht auch schlechte Gastgeber für unsere Künstlerkollegen aus dem Ausland ?Bassirou Sarr, Irina Richkova, Josias Scharf, Giorgi Tchkhaidze, Mi-Ran-Kim,  Pitt Bialoglowicz, Kim Ysob , Tian Tian Wang???

Am 13.05.2012 zeigen wir im vollem Umfang unsere Arbeit im Rahmen des Tages des der Offenen Ateliers gemeinsam mit „Kulturplus e.V.“ Bitte kommen Sie alle wieder und schauen und staunen Sie und kämpfen Sie mit uns, dass sie auch in den nächsten Jahren hierher kommen können.