Als die erste Mieterin im Jahr 2005 Räume des Gesundheitsamt Wilmersdorf bei laufenden Betrieb vermessen hat, staunten die BeamtInnen ungläubig, als sie hörten, dass hier ein Unternehmerinnenzentrum entstehen sollte.

Jedes Jahr zum Tag der offenen Tür kamen sie wieder und bestaunten, was aus ihren ehemaligen Räumlichkeiten entstanden ist. Sieben Jahre ist das erfolgreiche Projekt von den PolitikerInnen des Bezirks begleitet worden. Durch den Beschluss des Bezirks, das Projekt UCW im Bezirk zu erhalten, ändert sich der Sachverhalt und es bieten sich neue Chancen für das UCW:

Das Projekt kann erwachsen werden und auf eigenen Füßen stehen. Die Mieterinnen sind aktiv geworden und haben sich über alternative Modelle verständigt, um das Fortbestehen ihres Unternehmerinnenzentrums zu sichern.

Zwei Wege zeichnen sich derzeit als gangbar ab:

1. Die jetzige Verwalterin Gesellschaft für Stadtentwicklung gGmbH (GSE) schließt einen Treuhandvertrag mit dem Bezirk und erhält das Haus für eine bestimmte Zeit übertragen.

2. Die Mieterinnen arbeiten gemeinsam mit dem Unternehmerinnenzentrum Weiberwirtschaft e.G. an einem alternativen genossenschaftlich orientierten Modell. Wichtig ist für uns dabei die

–       wirtschaftliche Stärkung der City West

–       ökologische Sanierung des Gebäudes Sigmaringer Str. 1

–       Einbeziehung des Atelierhauses und der Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek

–       Sicherung von Arbeitsplätzen im Bezirk

–       Stärkung der unternehmerischen Selbständigkeit von Frauen

Ein Genossenschaftsmodell überzeugt uns, weil es uns als Unternehmerinnen im Bezirk nicht nur wirtschaftliche Planungssicherheit bietet, sondern eine für Generationen nachhaltige Form des Wirtschaftens bietet.

Am 18.06.2012 hat der UCW Förderverein e.V. neben seinen Mitgliedern auch die übrigen Mieterinnen und KünstlerInnen eingeladen. Auch hier zeigte sich erneut eine breite Zustimmung zur Prüfung des genossenschaftlichen Modells. Es zeigte sich, dass zentrale Informationen den Unternehmerinnen nicht zugänglich sind. Wir brauchen

–       Grundbuchauszug, Auszug aus dem Baulastenverzeichnis

–       Grundrisse und Schnitte, Nutzflächenaufstellung

–       Komplette Liste mit Miethöhe und Vertragslaufzeiten (ggf. anonymisiert)

–       Energieausweis

–       Aufstellung des Instandhaltungsrückstaus

Was wir uns aus unseren eigenen Unterlagen erschließen können ist die Betriebskosten- und Heizkostenabrechnung. Eine komplette Liste der Mieter/innen haben wir nicht. Alles weitere auch nicht – es gibt einen aus unserer Sicht sehr allgemein gehaltenen Instandhaltungsplan der GSE, der aber nicht aussagekräftig genug ist für eine eigene Planung.

Daher haben wir mit einem Schreiben der Unternehmerinnen im UCW die politisch Verantwortlichen aufgefordert,  uns die fehlenden Informationen zur Verfügung zu stellen. Uns geht es zunächst „nur“ darum, die Option genossenschaftliches Modell seriös zu prüfen. Dazu brauchen wir noch Informationen.