Transparenz schaffen: Erste Fakten

Februar 25, 2012

Ich möchte hier einige Fakten zusammen tragen, die auch wichtig sind für die Beurteilung der Situation. Das Ganze wird laufend ergänzt, ich habe erst am Donnerstag anfangen können mit der Recherche. Denn wir sind von der Entscheidung komplett überrascht worden. Übrigens: Eine offizielle Information  vom Bezirk selbst haben wir nicht erhalten. Die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks informierte uns natürlich, die Künstler erfuhren das Ganze von uns bzw. aus der Tageszeitung.

Anzahl der MieterInnen

Ich habe bei unserer Vermieterin, der GSE gGmbH – Gesellschaft für StadtEntwicklung  nachgefragt, wie viel Unternehmerinnen und KünstlerInnen wir zur Zeit im Haus sind.

Antwort: „Wir haben 26 Ateliers mit 28 Künstlern und 60 Büros mit 52 Unternehmerinnen.“

Mieten

Entgegen der Gerüchte sind unsere Mieten nicht subventioniert. Wir zahlen wenig Miete, die aber marktüblich ist, wenn man den baulichen Zustand des Hauses betrachtet.  Mit diesen Mieten wird das Haus in Stand gehalten, denn die Vermieterin GSE ist gemeinnützig und darf keinen Gewinn mit uns machen. Die KünstlerInnen erhalten finanzielle Unterstützung zu ihrer Miete, die allerdings nicht der Bezirk bezahlt, sondern aus Landesmitteln kommt.

Arbeitsplätze

Zahlreiche Mieterinnen im Haus sind auch Arbeitgeberinnen. Die Zahl ist jetzt noch nicht vollständig, weil ich nicht von allen so kurzfristig eine Rückmeldung bekommen habe.

Hier die vorläufige Liste:

5. OG 1 Angestellte

4. OG: 4 Angestellte

2. OG 4 Angestellte, 2 Praktikantinnen

1. OG: 5 Angestellte, 2 Honorarkräfte

Hinzukommt der Hausmeister der GSE.

Einige der Angestellten arbeiten Teilzeit.

(Stand Samstag, 25.2.)

Investitionen der Mieterinnen

Auch hier habe ich noch keinen vollständigen Überblick. Wir haben eine Mieterin, die auch das größte Büro mit 100qm hat, die 30.000 Euro investiert hat. Eine andere Mieterin hat gut 10.000 Euro investiert (z.B. in die technische Austattung eines Computerschulungsraums), eine andere über die Jahre 12.000 Euro. Die meisten anderen, die ich gefragt habe (das waren ca. 8 Antworten bisher), haben ca. 2-3000 Euro investiert.

Dabei sollte man bedenken, dass wir hier alle Einzelunternehmerinnen und Freiberuflerinnen sind. Das mag sich deshalb nicht für alle nach viel anhören. Für die Betroffenen ist es das schon.

 Weitere Investitionen

Aus Lottomitteln wurde vor zwei Jahren unten im Eingangsbereich ein Café komplett neu gebaut und eingerichtet. Diese Lottomittel sind 25 Jahre gebunden. Das Café wird vom Weißen Elefanten betrieben. Ich zitiere mal der einfachheithalber von der Website:

Das Gastronomieprojekt Weisser Elefant bietet durch die Verbindung von professioneller Kompetenz und pädagogischer Arbeit ein breitgefächertes alkoholfreies Gastronomie- und Cateringangebot und schafft damit diverse qualifizierte Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für ehemals Suchtmittelabhängige und -gefährdete Menschen.

Auch hier würden Arbeitsplätze wegfallen! Noch dazu sehr wichtige, wie ich finde.

Das Café ist offen für alle. Vor allem im Sommer bietet es Platz für viele Menschen – und im letzten Jahr hat das UCW mit eigener Kraft den rechten Eingangsbereich zum Sommer- und Biergarten erweitert. Hier ist jetzt eine schöne offene Fläche entstanden, die einlädt zum Kaffee trinken und sich austauschen.

Im Herbst 2011 haben wir zudem aus Mitteln des UCW-Fördervereins den Konferenzraum komplett neu bestuhlt. Kosten muss ich nochmal recherchieren. Es waren aber einige tausend Euro.

Vereine und Initiativen

Bei den Unternehmerinnen ist zu erwähnen, dass wir nicht nur Unternehmerinnen sind, sondern auch einige gemeinnützige Vereine und Organisationen hier arbeiten. Diese sind auf günstige Mieten angewiesen, profitieren aber natürlich auch von der sehr verkehrsgünstigen Lage des Hauses für ihre Netzwerkarbeit. Denn  es gibt im Haus ja nicht nur Büroräume, sondern wir haben eine Turnhalle und einen Konferenzraum, der für Veranstaltungen, Schulungen, Workshops, Feiern angemietet werden kann – übrigens auch von Externen! Das ist sowohl für viele Unternehmerinnen ein besonderer Pluspunkt, aber natürlich auch für die Arbeit der Vereine. Netzwerktreffen können hier einfach sehr gut und einfach organisiert werden.

Innerhalb des Hauses wurden enge Netzwerke geknüpft. So engagieren sich einige unserer Unternehmerinnen auch ehrenamtlich in den verschiedenen Vereinen, die hier ansässig sind. Und diese Vereine arbeiten auf lokaler, landesweiter und bundesweiter Ebene.

Zum Beispiel der Interkulturelle Hospiz-Verein e. V. Dong Heng.   Dong Heng bildet u.a. in unserem Räumen HospizhelferInnen aus. 2009 – 2011 war Dong Heng ein Leuchtturm-Projekt des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Titel „Kultursensible Betreuung Älterer“ und wurde gefördert.

Außerdem der Arbeitskreis Frauengesundheit e. V. (AKF), der Landesfrauenrat Berlin hat hier sein Büro und der BPW Business and Professional Woman e.V.  – das ist ein Internationaler Verband für Unternehmerinnen und berufstätige Frauen.  Mittlerweile arbeitet hier auch das EQUAL PAY DAY OFFICE,  eine Initiative des BPW in Kooperaation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Jugend (seit Sep. 2011).

Mehrere LSK-Projekte wurden aus dem Haus heraus initiiert. Dazu vielleicht später noch mehr.

Das mal als erste Sammlung. Die Informationen sind nicht komplett. Wir wissen zum Beispiel zur Zeit noch nicht, wie der Wert des Hauses einzuschätzen ist – und wie viel Geld der Bezirk damit verdienen könnte beim Verkauf. Wir recherchieren weiter!

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One Response to “Transparenz schaffen: Erste Fakten”


  1. […] druckt die Liste aus und sammelt Unterschriften für das Haus. Erste Argumente und Infos findet ihr hier (Erste Hintergrundinfos) und hier. Bis Montag brauchen wir die Listen schon hier! Das heißt: Wer […]


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